@ Der Bahnhof Bollendorf

 

 

Der Bahnhof Bollendorf

Nachdem die Grenzbrücke Bollendorf am 11. September 1863 dem Verkehr übergeben worden war, beschloss der Gemeinderat Bollendorf in der Sitzung vom 25. Oktober 1863 auf die Erhebung von Brückengeld zu verzichten, da die Brücke ohne Luxemburger Kostenbeteiligung von der Gemeinde Bollendorf finanziert worden war. Auch die Gemeinden Berdorf und Waldbillig hatten an den Sitzungen vom 29. November bzw. 11. Dezember 1862 die Bewilligung einen Zuschusses abgelehnt. Bereits seit Mitte des 19. Jh. war die Nachfrage nach dem Bollendorfer Lias-Sandstein als Baumaterial angestiegen. Des Pölsenhofes, der sich gut für Schichtmauerwerk eignete. Durch die Inbetriebnahme der PH-Bahn am 08. Dezember 1873 erlebten die Bollendorfer Steinbrüche einen gewaltigen Aufschwung. Viele Steinhauer verlegten ihre Steinhauereinen nach Bollendorfbrück in die Nähe des Bahnhofes. Dieser war zunächst in einem Provisorium untergebracht, wurde dann 1904 durch einen steinernen Prunkbau ersetzt. Viele Steinhauer litten unter der Staublunge und verstarben oft im blühenden Alter.

Abb. 10:  So sah der Bollendorfer Bahnhof noch kurz vor seinem Abriss aus, von den Gleisen her gesehen; die Gütergleise waren zu dieser Zeit bereits der neuen Straße bedingt durch die Unwetterkatastrophe von 1958, zum Opfer gefallen.

Abb. 10:  So sah der Bollendorfer Bahnhof noch kurz vor seinem Abriss aus, von den Gleisen her gesehen; die Gütergleise waren zu dieser Zeit bereits der neuen Straße bedingt durch die Unwetterkatastrophe von 1958, zum Opfer gefallen.

Abb. 11: Die Steinbrücke  von Bollendorf aus dem Jahre 1863 galt als die schönste Brücke aller Sauerbrücken.

Abb. 11: Die Steinbrücke  von Bollendorf aus dem Jahre 1863 galt als die schönste Brücke aller Sauerbrücken.

Am Sonntag, den 10. September 1940 wurde die Bollendorfer Brücke gesprengt (14.00 Uhr).

Am 16. Dezember 1944 errichteten deutsche Pioniere neben der gesprengten Brücke eine Kriegsbrücke (Beginn der Rundstedtoffensive).

Im Februar 1945 bauten amerikanische Pioniere auf den Trümmern der gesprengten Steinbrücke eine massive Behelfsbrücke, die für eine Belastung von 70 Tonnen ausgelegt war. General Patton besichtigte diese Baustelle persönlich, um ihre Wichtigkeit zu unterstreichen.

Nach dem Krieg musste der Holzbelag der Brückenfahrbahn jährlich ausgebessert werden. Im Jahre 1950 wurde er noch vollständig erneuert. Am 1. September desselben Jahres wurde mit dem Wiederaufbau der Brücke begonnen. Am 9. April 1951 wurde sie dem Verkehr nach einer schönen Feier übergeben.

Abb. 12: Männer in den Steinbrüchen von Bollendorf. Der Bollendorfer Stein gab Brot und brachte den Tod (Hochkonjunktur von 1850 bis 1910).

Abb. 12: Männer in den Steinbrüchen von Bollendorf.
Der Bollendorfer Stein gab Brot und brachte den Tod (Hochkonjunktur von 1850 bis 1910).