@ Die Vizinalbahn Luxemburg-Echternach mit der Haltestelle « Kalkesbach »

 

 

Die Vizinalbahn Luxemburg-Echternach mit der Haltestelle «Kalkesbach»

Die schwächer besiedelten Regionen unseres Landes waren bis 1880 ohne Bahnverbindung geblieben. Deshalb beschloss die Regierung für diese Gegend den Bau von Schmalspurbahnen, auch „Vizinalbahnen“ genannt, deren Installation wesentlich billiger wurde. Besagte Bahnen wurden vom Volksmund regelrecht „personalisiert“ und ihre Spitznamen wie „Jhangeli, Charely und Benny“ sind bis heute erhalten geblieben.

Die Gesetzesprojekte, welche die Regierung diesbezüglich im Jahre 1897 der Abgeordnetenkammer vorlegte, wurden am 17; bezw 26. Juni 1897 ratifiziert.

Abb. 18: Die Kalkesbacher Halte.

Abb. 18: Die Kalkesbacher Halte.

Der Bau der Trasse von Luxemburg nach Echternach stellte jedoch besondere Probleme. Zur Durchquerung der Stadt Luxemburg musste zuerst die Fertigstellung der „Adolph-Brücke“ und andere wichtiger Kulturbauten abgewartet werden, wie die Eisenbahnbrücke in Dommeldingen-Weimerskirch und 3 Tunnels.

Im Bahnhof Echternach schloss die vom Luxemburger Staat erbaute Vizinalbahn Luxemburg-Echternach an die Prinz-Heinrich-Bahn an. Die Charely Strecke hatte eine Gesamtlänge von 45,850 km und wurde am 20. April 1904 in Betrieb genommen. Ihren Spitznamen „Charely“ erhielt sie von ihrem Promotor Charles Rischard, dem damaligen Minister für Öffentlichen Arbeiten.

Mit dieser Bahn erhielt Berdorf seinen 4. „Bahnhof“ mit dem Namen „Kalkesbacher Halte“.

Abb. 19: Die meisten Bahnhöfe der Vizinalbahn Echternach – Luxemburg wurden kurz nach der Einstellung der Eisenbahnlinie abgerissen. Hier ein Bild der früheren Consdorfer Bahnhofs.

Abb. 19: Die meisten Bahnhöfe der Vizinalbahn Echternach – Luxemburg wurden kurz nach der Einstellung der Eisenbahnlinie abgerissen. Hier ein Bild der früheren Consdorfer Bahnhofs.

Ab dem 19. April 1919 wurde diese Strecke auf Wunsch der Regierung vun der Prinz-Heinrich-Gesellschaft betrieben. Als jedoch am 18. April 1934 der Pachtvertrag mit der PH-Gesellschaft ablief, übernahm der Staat die Vizinalbahn auf eigene Rechnung. Anfang 1940 befand sich die PH-Gesellschaft in einer derart prekären finanziellen Lage, so dass der Luxemburger Staat nach langem Hin und Her die gesamten Aktiva der Gesellschaft übernahm (1. Juli 1948). An diesem Datum endet auch die wechselvolle Geschichte der Prinz-Heinrich-Gesellschaft.

1952 begannen die luxemburgischen Eisenbahnen mit dem Einsatz eigener Autobusse (Chausson ASH 52). In den folgenden zwei Jahren wurden alle Schmalspurbahnen stillgelegt, darunter auch unsere reizvolle Charelystrecke am 14. Juni 1954.

Schade! Diese Bahnstrecke wäre heute zweifelsohne „die touristische Attraktion par Excellence“.

Quellenangaben

  1. Federmayer Ed, Eisenbahnen in Luxemburg, Eisenbahn-Kurierverlag, 7800 Freiburg.

  2. Gares et Haltes des Chemins de Fer Luxembourgeois, 1879 – 1984, Edité par „Les Cheminots-Philatélistes du Luxembourg“, 1984, Imprimerie Saint-Paul S.A. Luxembourg

  3. Weber Heinz, Unterlagen über Bollendorfer- und Weilerbacher Brücke, Trier-Kenn

  4. Colljung, Paul, Bollendorf – Heimat im Grenzland, 1988, Paulinus-Druckerrei GmbH Trier